gedeckte Güterwagen M-D 102 - 109

Zweite Lieferung an 2-achsigen gedeckten Güterwagen

Titelbild: Wagen M-D 106² in desolatem Zustand abgestellt in Dörzbach. Tobias Hümmelchen, 2020

Die ersten vier zweiachsigen gedeckten Güterwagen (M-D 18 bis 21) kamen 1900 in das Jagsttal. Da sie recht klein und zierlich waren wurden sie um 1920 bereits abgegeben. Die zweite Lieferung geschlossener Wagen traf dann Ende 1900 in Möckmühl ein. Sie erhielten die Bezeichnung M-D 23 bis 26. Während die ersten beiden mit Görlitzer Gewichtsbremse und einseitiger Bühne ausgestattet waren, waren die Wagen 25 und 26 ungebremst und aufgrund der fehlenden Bühne 50 cm länger. Bereits Mitte 1901 erfolgte die Anlieferung weiterer vier Wagen. Sie erhielten einen um 25 cm breiteren Wagenkasten. Nur der Wagen 28, bzw. später 109 besaß eine Görlitzer Gewichtsbremse und somit auch eine Bühne. Die Wagen erhielten die Nummern M-D 17, 22, 28 und 29. Durch diese willkürlich wirkende Nummerierung sollten vermutlich Lücken in der Wagennummernliste, die möglicherweise für Nachbestellungen gelassen wurden, aufgefüllt werden. Bei der 1928 stattfindenden Umnummerierung fand eine, entsprechend den alten Nummern, fortlaufende Benennung in M-D 102 bis 109 statt. Um 1930 wurde dann bei allen Wagen eine durchgehende Druckluftleitung eingebaut und wo vorhanden die Gewichtsbremse als Handbremse weiterverwendet. Lediglich der M-D 105 erhielt später eine Druckluftbremse. Als erstes schied 1937 der Wagen M-D 102 aus, wenig später musste der M-D 108, der zusammen mit den Fahrzeugen 106 und 104 für Kriegszwecke Richtung Osten abgegeben werden musste, als Kriegsverlust verbucht werden. Aufgrund starken Postaufkommens wurde der für diese Zwecke umgebaute M-D 109 von 1949 bis 1951 als Postwagen eingesetzt, ehe auch er 1962 verschrottet wurde. Als letzte Verschrottung schied 1971 Wagen 106 aus.
Erhalten sind heute noch vier Wagen:

  • M-D 103: Er wurde 1940 zum Gerätewagen für den Hilfszug umgebaut.
  • M-D 105: Auch er wurde zuerst als Gerätewagen umgebaut und von der Bahnmeisterei eingesetzt. 1971 Umbau zum Pufferwagen.
  • M-D 106²: Ursprünglich als M-D 104 geführt, erhielt er 1971 kurioser Weise die Nummer des im selben Jahr verschrotteten Wagens 106 ohne Bremserbühne. Aufgrund der Doppelbelegung wurde er fortan als 106² geführt. Momentan steht er in Dörzbach abgestellt.
  • M-D 107: Für die Bahnmeisterei fand 1967 ein Umbau zum Aufenthaltswagen statt. Hierbei erhielt er Bänke, einen Ofen und Fenster anstatt von Gittern.

Der zum Aufenthaltswagen umgebaute Wagen M-D 107 in Dörzbach. Gut zu sehen sind die eingebauten Fenster in der linken Wagenhälfte. Außerdem weißt der erstaunlich hohe Kamin an der rechten Stirnseite auf den eingebauten Ofen hin.
Bild: Hans-Georg Sauber, 1972

BaujahrNummer bis 1928Nummer ab 1928Nummer ab 1971WagenkastenBremseVerbleibStandort
190117102-breit-1937+-
190122103103breit-vorhandenBieringen
190023104106²schmalBühne, ex. GGBvorhandenDörzbach
190024105105schmalBühne, ex. GGB, Druckluftvorhanden, seit 1971 PufferwagenBieringen
190025106-schmal-1971+-
190026107107schmal-vorhandenBieringen
190127108-breit-um 1942 Kriegsverlust-
190128109-breitBühne, ex. GGB1962+, 1949-51 Postwagen-
GGB: Görlitzer Gewichtsbremse