Flachwagen M-D 167 u. 168

Vierachsige offene Güterwagen

Titelbild: Der ursprünglich gedeckte Wagen M-D 168 in Dörzbach. Tobias Hümmelchen, 2020

M-D 167

Der Wagen ist einer von zwei im Juli 1900 von der Görlitzer Waggonfabrik, mit den Nummern M-D 36 und 37, an die Jagsttalbahn gelieferten vierachsigen Hochbordwagen. Sie waren beide ursprünglich mit der Görlitzer Gewichtsbremse ausgestattet, welche auf beide Achsen eines Drehgestelles wirkte. Diese Bremse wurde 1930 zur Handbremse umfunktioniert, da das Bremssystem der Bahn auf Druckluft umgestellt wurde. Im Zuge dessen erhielten beide Wagen, seit 1928 inzwischen als M-D 166 und 167 geführt, eine durchgehende Bremsleitung. 1949 verlor M-D 167 seine seitlichen Bordwände. Statt diesen konnten nun Rungen eingesteckt werden. Während der M-D 166 1979 verschrottet wurde, verlor M-D 167 lediglich seine Handbremse und blieb im Einsatz. In diesem Zustand ist der Wagen erhalten geblieben.

Lebenslauf:
1900Geliefert als M-D 37 von der Waggonfabrik Görlitz.
1928Umzeichnung in M-D 167.
1930Einbau einer durchgehenden Druckluftleitung. Die Görlitzer Gewichtsbremse bleibt als Handbremse vorhanden.
1949Abbau der seitlichen Bordwände, stattdessen Verwendung von steckbaren Rungen möglich.
1979Ausbau der Handbremse.
HeuteAbgestellt in Bieringen vorhanden.

M-D 168

Der heutige Flachwagen wurde 1910 ursprünglich als gedeckter Güterwagen geliefert. Gebaut wurde er von der Waggonfabrik Görlitz, welche bis 1913 weitere vier, bis auf eine Verbreiterung um 25 cm, baugleiche Wagen für die Jagsttalbahn baute. Dort wurden sie mit den Bezeichnungen M-D 60 bis 64 in Dienst gestellt, 1928 aber dann in M-D 110 bis 114 umbenannt. Die ursprünglich eingebauten Görlitzer Gewichtsbremsen verloren sie mit der Einführung der Druckluftbremse um 1930. Der spätere Flachwagen, mit damaliger Bezeichnung M-D 110 erhielt lediglich eine durchgehende Druckluftleitung und die Gewichtsbremse wurde als Handbremse weiterverwendet. Im Jahr 1935 wurde dessen Aufbau abgebrochen und stattdessen ein Wasserkessel mit 10m³ montiert. Nach diesem Umbau zum Wasserwagen wurde er als M-D 168, die Nummerierung der Flachwagen fortführend, eingereiht. Verwendung fand er vorwiegend zum Transport von Wasser für Dampflokomotiven mit geringerer Härte vom Steinbruch Berlichingen nach Möckmühl. Nachdem dann aber mit den beiden großen Schlepptender-Lokomotiven 151 und 152 ab 1949 ausreichend Wasser mitgeführt werden konnte, verlor er sein Einsatzgebiet und wurde 1950 abgestellt. Wieder zum Einsatz kam er dann ab 1955 nach einem kleinen Umbau. Diesmal als Spritzwagen für die Unkrautbekämpfung.
Inzwischen ohne Wassertank ist er in Dörzbach abgestellt. Erwähnenswert ist, dass er als einziger Wagen seine zur Handbremse umfunktionierte Görlitzer Gewichtsbremse noch vollständig besitzt.

Bis heute sind alle fünf gelieferten Wagen in unterschiedlichsten Umbauvarianten erhalten. So ist unter anderem der M-D 113 inzwischen als Sommerwagen Bestandteil unseres Museumszuges.

Lebenslauf:
1910Geliefert als gedeckter Güterwagen M-D 60 von der Waggonfabrik Görlitz.
1928Umzeichnung in M-D 110.
1935Abbau des Wagenkastens und Montage eines Wasserkessels.
1950Abgestellt
1955Umbau zum Spritzwagen zur Unkrautbekämpfung.
HeuteAbgestellt in Dörzbach vorhanden.

Am Wagen M-D 168 hat die zur Handbremse umfunktionierte Görlitzer Gewichtsbremse überlebt.
Bild: Tobias Hümmelchen, 2022