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Die seit dem Ende der planmäßigen Dampftraktion eingesetzten Fahrzeuge waren veraltet oder schlichtweg für den Dienst, den sie versehen mußten, zu leicht, dieser Erkenntnis konnte sich auch die so sparsame SWEG 1964 nicht mehr verschließen.
Am 21. September 1964 wurde die Firma Gmeinder & Co., Mosbach (Baden) um die Erstellung eines Angebots ersucht, man benötige zwei Dieselloks zu je drei Achsen und ca. 240 Ps. Grundlage dieser Beschreibung war der Gmeinder-Entwurf PL 50008, wie er der Brohltal-Eisenbahngesellschaft (für Meterspur) angeboten worden war. Die Firma Gmeinder bot neben diesrm Typ zusätzlich den Typ V12-16 (Entwurf PL 20231 und eine größere Lok (PL 20184) mit 240 Ps an, auch von anderen Herstellern kamen Angebote, so von Orenstein&Koppel zwei Varianten mit 172 bzw. 240 Ps und zwei bzw. drei Achsen. Gmeinder bot auch noch eine vierachsige Drehgestell-Lok an, die auf einem Lizenzbau der Mak G 480 fußte, der bei der DB als V51 in der Lieferung war.
Letztlich entschied man sich aber für den Typ V12-16 von Gmeinder, dort wurden die beiden bestellten Loks dann 1965 unter den Fabriknummern 5413 und 5414 aufgelegt und Oktober bzw. November 1965 auf einem Straßentieflader nach Möckmühl geliefert.
Wesentliche Merkmale dieser Loks waren und sind:
Der Rahmen der Lok besteht aus sehr massiven Blechplatten, in denen die Radsatzlager in Metall-Gummi-Elementen gefaßt sind. Der Achsantrieb erfolgt über Kardanwellen, die ausgehend vom 6-Zylinder-MAN-Dieselmotor (D 2146 HM) über einen Einfachwandler (VOITH RS 15 z) und ein Stufen- und Wendegetriebe angetrieben werden.
Die Steuerung der Lok arbeitet mit Druckluft als Hilfsenergie, so daß eine Vielfachsteuerung der Maschine möglich ist. Diese ist nach Bauart Westinghouse ausgeführt, sie steuert neben der Richtungswendung und der Motorfüllung noch die Zusatzbremse beider Loks, den Sandstreuer beider Loks und verbindet die beiden Hauptluftbehälter miteinander (HBL).
Eine Fernüberwachung der gesteuerten Lok wie heute üblich war seinerzeit wegen der mangelnden Fernwirktechnik noch nicht möglich. Der Lokführer mußte die gesteuerte Lok gelegentlich aufsuchen und auf ordnungsgemäßes Arbeiten hin überwachen.
Zur weiteren Ausrüstung der Loks gehörte eine Totmanneinrichtung Bauart Westinghouse sowie Spurkranzschmierung und Standheizung für die Führerstände.
Da die Loks sowohl allein als auch als Pärchen verkehren konnten, übernahmen sie rasch nahezu alle Zugleistungen, so daß auch die Triebwagen ihre meisten Einsätze verloren und erst im anlaufenden Tourismusverkehr wieder richtig zur Geltung kamen.
"Kroko" und "Dil", wie die beiden Loks in Anlehnung an ihren Spitznamen "Jagsttal-Krokodil" heißen, haben ihre angestammten Gleisanlagen bislang nie wieder verlassen und stehen auch heute noch wie angeliefert, "Kroko" = V22-01 mit dem Führerhaus nach Möckmühl, "Dil" = V22-02 mit dem Führerhaus nach Dörzbach.
Die näheren technischen Details sowie den genauen Lebenslauf entnehmen Sie bitte den entsprechenden Feldern. Dort finden Sie auch eine ausgiebige Fotodatenbank zu den beiden Loks.
Lebenslauf V22-01 (vorl.)
V22-01 wird zum Öchsle transportiert
V22-01 beim Öchsle
V22-02
Lebenslauf V22-02 (vorl.)
Technische Grunddaten V22-01 + V22-02
Zuletzt bearbeitet: 13:41 20/11 2007 |
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