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„Ein Museum ist eine permanente kulturelle (der Volksbildung verpflichtete) nichtkommerzielle Institution mit einem konzeptionell festgelegten Thema das erforscht und dokumentiert wird und zu dem Gegenstände gesammelt, bewahrt und präsentiert werden. (Internationaler Museumsverband 1957)
Unser Museum – die Jagsttalbahn hat die Entwicklung des Jagsttals maßgeblich geprägt.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Die Schmalspurbahn war der Motor für die wirtschaftliche Entwicklung im Jagsttal. Acht Jahrzehnte Güter- und Personenverkehr und zwei Jahrzehnte Museumsbahnbetrieb liegen hinter uns. Nun liegt es an uns, diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen!
2011: 111 Jahre Jagsttalbahn – Jetzt stellen wir die Weichen für unsere Zukunft – für die Museumsbahn in unserem Tal. Mit der Jagsttalbahn wird unsere Geschichte lebendig.
Schon heute arbeiten uns Lehrwerkstätten der Region zu. Metallverarbeitende Betriebe fertigen Ersatzteile, angehende Maler lernen alte Techniken des Holzschutzes kennen.
Zusätzliche Attraktionen sind Sonderfahrten für Betriebsausflüge, zu Nikolaus, Sonderfahrten mit Musik und Kultur, zu besonderen Veranstaltungen im Burghof von Jagsthausen und im Widderner Lokschuppen, zur Bärlauchsaison, zu Pfingsten und Kirchweih, …..
Miteinander etwas tun. Miteinander etwas bewegen. Miteinander die Zukunft gestalten. Miteinander Perspektiven für unsere Kinder und Enkelkinder entwickeln. Die Jagsttalbahndiskussion aus historischer Sicht
von Klaus Hoerter
Die Auseinandersetzung um das Projekt Jagstalbahn wird vordergründig von Zahlen und Fakten bestimmt. Doch zu ihnen gehört ein wesentliches Kapital, das hier Gegenstand der Betrachtung sein soll, nämlich die Bereitschaft der Bürger, Zukunftsgestaltung als ständige Herausforderung anzunehmen, verbunden mit dem Willen, sich ihr mit energischer Tatkraft und Zuversicht zu stellen. Hieran mangelt es in Widdern, und man mag der Frage nachgehen, weshalb dem so ist. Widderns Stadtgeschichte gibt im Ausschnitt diesbezüglich ein aufschlussreiches Bild: Jahrhundertelang standen die Bürger der Stadt unter dem Regiment einer allgegenwärtigen, oft undurchschaubaren und als übermächtig empfundenen Standesherrschaft. In der Auseinandersetzung mit ihr, aber auch unter sich selbst, ging es den Bewohnern ausschließlich um Bewahrung und Sicherung des eigenen Besitzstands, den es mit allen Mitteln zu verteidigen galt. Obrigkeitliche Verfügungen die die bestehenden Verhältnisse antasteten, wurden grundsätzlich mit Misstrauen und Argwohn belegt, anscheinend durchschaut als Hinterhaltmanöver zur Erweiterung der standesherrlichen Pfründen auf Kosten der Bürger. Durchaus verständlich: Man hatte sich eingerichtet im Misstrauen und in der Verweigerung als vorbeugender Maßnahme zur eigenen Existenzsicherung. Längst haben sich die politisch- gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend geändert. Aber nichts in den menschlichen Angelegenheiten erweist sich als widerstands- und überlebensfähiger als einmal eingeübte und angenommene Haltungen, Einstellungen und Verhaltensmuster. Sie hinterlassen tiefe, bis in die Gegenwart wirksame Spuren, zumal im eng begrenzten Kosmos eines kleinen Landstädtchens wie Widdern. So zog man hier in den entscheidenden ersten Nachkriegsjahrzehnten, als andere Gemeinwesen die Zukunftsweichen stellten, die Besitzstandswahrung und Entwicklungsverweigerung vor und versäumte gründlich den Anschluss an die Zukunft, mit Folgen, die nicht nur am beklagenswerten Erscheinungsbild des an sich idyllischen Städtchens offenkundig sind. Nun wäre doch zu erwarten, dass jede sich bietende Gelegenheit, diesen Zustand endlich zu überwinden, eine Aufbruchstimmung auslöst und mit einhelliger Begeisterung der Bevölkerung begrüßt wird. Stattdessen bietet sich hier ein trostloses Bild, dem tatsächlich tragische Züge innewohnen. Die einmalige Chance des Wiederbelebungsprojekts Jagstalbahn droht das Städtchen zu überfordern, es verheddert sich in einen heillosen Grabenkampf, verliert sich im endlosen Kleinklein, der Blick auf das umfassend Ganze des Entwurfs geht mehr und mehr verloren und die Abwärtsspirale dreht sich wohl ungehindert weiter. Und dies, obwohl es so kaum jemand will. Mit lähmender Schwere scheint sich die Vergangenheit auf das Projekt zu legen und sich zu wiederholen. Aber eines sollte uns Widdernern vorbehaltlos klar sein: Mit der Mentalität von Vorgestern sind Widderns Probleme von Heute und Morgen nicht zu lösen. Ohne unerschrockene Kenntnis und Annahme des Risikos, ohne Mut zum Wagnis, ohne hoffnungsfrohe Zuversicht, ja Begeisterung, ist erfüllte Zukunft für Widdern nicht zu haben. Allein das Beharren auf Sicherheiten und Garantien, das Aufspüren und Finden immer neuer Grenzen, bringt den für Widdern so dringend erforderlichen Hoffnungshorizont nicht in Sicht. Dazu müssten in der Tat Grenzen mutig überschritten werden. Ein ganz und gar persönliches Bekenntnis sei mir erlaubt: Vor 20 Jahren entschloss ich mich, mit meiner Familie nach Widdern zu ziehen. Andere sich bietende Möglichkeiten blieben rasch außer Konkurrenz, und unseren Entschluss haben wir nie bereut. Hier fügte sich alles wunderbar zusammen: Ein markantes, sympathisches und idyllisches, von seiner Geschichte geprägtes Städtchen, das alles bot was wir damals suchten und brauchten. Eingebettet in ein herrliches Landschaftsbild mit seinen charakteristischen Weinberghängen, den nahen Jagstufern und den schwungvollen Talauen. Bewohnt von einem Menschenschlag mit Kanten und Schrullen, hier am äußersten Rand des schwäbischen Einflussbereichs. Was wollten wir mehr? Für uns stand fest: Hier sind wir Mensch, hier können wir's sein, hier bauen wir unser Haus. Natürlich blieben uns die zunächst nur optisch in Erscheinung tretenden Mängel im Ort nicht verborgen, und wir erfuhren von den sattsam bekannten Gründen und Zusammenhängen. Ich selbst habe dies damals nicht sonderlich ernst genommen. Mir schien klar, dass viele Menschen das suchen und hier finden, was wir gefunden haben und dass das Städtchen über Kurz oder Lang seine reichen Möglichkeiten erkennen und touristisch für sich nutzen wird. Seither gab es diesbezüglich lobenswerte Ansätze, aber der richtungsweisende Durchbruch, der Widdern zum attraktiven Touristenort adeln könnte, steht noch immer aus. Dass das Jagsttalbahnprojekt von vielen Widderner Bürgern nicht als ausschlaggebender Impuls für eine aussichtsreiche Zukunftsentwicklung wahrgenommen wird, ist aus meiner hier dargestellten Sicht der Dinge eine kaum fassbare Inkonsequenz, allenfalls noch historisch zu begreifen. Gewiss, ein solches Projekt steht auf vielen Stützen, und sie müssen sich als tragfähig erweisen. Dass hierüber ausgiebig und kontrovers diskutiert wird, ist gute demokratische Tradition und unverzichtbarer Teil des Projekts. Doch die Hauptstütze zu seinem Gelingen ist der überzeugte und überzeugende Rückhalt in der Bevölkerung, ihr kreativer Wille zur Veränderung, getragen von jener Grundhaltung, die jedes Zukunftsprojekt erst ermöglicht: Dem zukunftsfreudigen Optimismus. Ihm sollten wir Widderner uns nicht verweigern.
Die Arbeiten an den Wagen 89 und 113 schreiten voran
In Widdern wurden die Achsen und der Bremszylinder am Post- und Gepäckwagen 89 montiert. Das waren die ersten Teile die wieder angeschraubt wurden - bisher wurde immer nur abgebaut. Damit konnten der Windensatz abgebaut und nach Jagsthausen gebracht werden, wo er schon sehnlichst erwartet wurde. Jetzt kann der Sommerwagen 113 weiter auseinandergenommen und die Drehgestelle zerlegt werden. Ist alles soweit zerlegt, wird es dort eine Sandstrahlaktion geben. Es geht also gleich an zwei Baustellen kräftig zur Sache - über die weiteren Fortschritte wird an dieser Stelle berichtet werden. Bahnhofstage in Dörzbach
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,
die Aktiven des Jagsttalbahnfreunde e.V. laden Sie zum nächsten Dörzbacher Bahnhofstag am Sonntag, den 2. August 2009 sehr herzlich ein.
Von 13 bis 17 Uhr werden das renovierte Stationsgebäude mit unserem neu gestaltetem Ausstellungsraum und der Lokschuppen mit Werkstatt zur Besichtigung geöffnet sein. Folgende Fahrzeuge können vor dem Lokschuppen und am Bahnsteig besichtigt werden: Diesellok V22-02 “halbes Jagsttalkrokodil”, Triebwagen VT303, Diesellok V22-03 “Stoppelhopser”, Diesellok HF130C “Götz”, der frisch aufgearbeitete Flachwagen 754, der Wagen 111 sowie unsere zerlegte Dampflok 24 “Kunigunde”. Neuzugänge sind der Württemberger-Personenwagen 1 und die Personenwagen 15 und 116, die von Bieringen zur Aufarbeitung nach Dörzbach transportiert wurden. Besteigen Sie die Führerstände von Krokodil und Stoppelhopser, nehmen Sie Platz im Triebwagen und träumen Sie von einer Fahrt auf der Jagsttalbahn... Besichtigen Sie die aktuellen Fortschritte beim Wiederaufbau der Gleisanlagen.
Informationen zu den aktuellen Arbeiten in der Werkstatt, zum weiteren Aufbau der Gleisanlagen und zum aktuellen Stand der Wiederinbetriebnahmebemühungen erhalten Sie aus erster Hand!
Erstmals wird unsere Jubiläumsbroschüre “25 Jahre Jagsttalbahnfreunde e.V.” käuflich zu erwerben sein.
Für Bewirtung ist bestens gesorgt, es gibt kalte Getränke, Kaffee und leckeren Kuchen.
Weitere Bahnhofstage finden an den Sonntagen 13. September zum Tag des offenen Denkmals und am Samstag, den 07. November zum Pferdemarkt statt.
Mit freundlichen Grüßen Michael Rothenhöfer Bilder vom Bahnhofsfest 2009
Arbeitseinsatz Jagsttalbahn (von Roland Halter)
Am Samstag, dem 20.10.2007 trafen sich erneut 20 arbeitseifrige Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Jagsthausen und weitere 20 aus Widdern zum Freischneiden der Jagsttalbahntrasse. Bis zum „Durchbruch“ auf der Gemarkung Olnhausen waren es noch ca. 250 m. Auch dieses letzte Stück wurde geschafft und man traf sich mit den Mitstreitern aus Widdern, die uns entgegengearbeitet haben. Damit haben wir eine wirklich bemerkenswerte bürgerschaftliche Leistung erbracht, die den vollen Respekt und Anerkennung verdient. Hoffentlich werden diese Mühen in Zukunft belohnt.
Im Anschluss an den vorerst letzten Arbeitseinsatz traf man sich zum gemeinsamen Abschluss in der „Krone“ in Jagsthausen, wo uns die Familien Brandt/Brunowsky mit einem vorzüglichen Essen verwöhnten. Edgar Kraft vom Ingenieurbüro Walter + Partner GbR erläuterte, wie die anstehende Vermessung der Strecke erfolgt, sobald noch etwas mehr Laub von den Bäumen abgefallen ist. Es wird dabei ein neues, supermodernes, Navigationsvermessungssystem auf der Basis des GPS eingesetzt. Die Streckenvermessung geht dabei über Satellit. Nach dem gemeinsamen Mittagessen haben wir uns dann einen Film über die Jagsttalbahn angesehen, in dem die gesamte Geschichte der Bahn und des bisher darauf rollenden Materials geschildert wurde. Dabei wurde erneut deutlich, welches Kleinod diese Bahn war und welcher Frequenzbringer sie auch in heutiger Zeit wäre oder wieder werden könnte.
Der 2. Vorsitzende der Jagsttalbahnfreunde e.V., Michael Rothenhöfer, schilderte den Werdegang des rollenden Materials und zeigte auf, wo diese Schmalspurbahnen heute noch ihren Dienst tun. Er rief dazu auf, weiterhin gemeinsam am großen Ziel einer Wiederinbetriebnahme der Jagsttalbahn zu arbeiten.
Die beiden Bürgermeister der Anliegerkommunen, Michael F. Reinert und Roland Halter, zeigten den weiteren Fortgang auf, belegten auch die wirtschaftliche und touristische Bedeutung der Bahn für das Jagsttal und brachten die Hoffnung zum Ausdruck, im Jahr 2008 einen Schritt weiter zu kommen, wozu insbesondere die Gespräche hinsichtlich einer Streckensanierung mit dem Landkreis Heilbronn und dem Land Baden-Württemberg gehören. Bis zum Jahresende stehen die Arbeiten am Betriebskonzept im Vordergrund.
An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer aus Widdern und Jagsthausen, den Bauhöfen und an alle, die uns mit Sachspenden unterstützt haben.
Roland Halter Bürgermeister
Gemeinsame Arbeitsaktion Widdern-Jagsthausen auf der Jagsttalbahn (von Michael F. Reinert)
Am 20.10.2007 wurde das Ziel erreicht: Die Bahntrasse ist vom Bahnhof Widdern bis Bahnhof Jagsthausen wieder frei. Von Widdern und Unterkessach hatten an den fünf Samstagen insgesamt 81 Personen mitgeholfen und 453 Arbeitsstunden geleistet. Die Zahl der Helfer aus Jagsthausen und Olnhausen dürfte sogar noch darüber liegen. Bürgermeister Halter und ich danken allen, die mitgeholfen haben, die Strecke wieder von ihrem Bewuchs zu befreien.
Wie geht es weiter? Wir müssen nun warten, bis das Laub vollends von den Bäumen gefallen ist. Dann kann das Büro WALTER+PARTNER die Strecke mit seinen satellitengestützten Geräten vermessen und den Sanierungsaufwand ermitteln. Parallel dazu wird ein Betriebskonzept für einen Bahnbetrieb zwischen Widdern und Jagsthausen erstellt. Die beiden Bürgermeister beraten mit Regierungspräsidium und den Ministerien in Stuttgart über die Landeszuschüsse. Wenn diese drei Ergebnisse vorliegen (Kosten, Zuschüsse, Betriebskonzept), werden die Gemeinderäte in Widdern und Jagsthausen darüber beraten, ob das Projekt Wirklichkeit wird.
Es sind also noch einige Hürden zu überwinden, bis ein Dampfzügle wieder durch das Jagsttal fahren kann, aber ein erster Schritt auf dem Weg ist getan. Wir danken allen, die tatkräftig mitgeholfen haben.
Michael Fr. Reinert Bürgermeister
Zuletzt bearbeitet: 22:28 04/09 2011 |
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